GEORGE (George Peltre) ist eine französische Bildhauerin; vier ihrer Werke gehören zum französischen Kulturerbe. Bei Artprice und Akoun gelistet, arbeitet sie mit Bronze und Stahl — Modellieren, Wachsausschmelzverfahren, Ziselierung — und gibt weiblichen Figuren in Metamorphose Gestalt, zwischen Fleisch und Pflanze.
Porträt
1966 in Toulon geboren, lebt und arbeitet GEORGE in Tourrettes-sur-Loup an der Côte d’Azur. Als Absolventin der École Nationale des Beaux-Arts in Lyon (D.N.S.E.P., Fachrichtung Kunst und Kommunikation, mit Auszeichnung der Jury) hat sie ihren Weg als Forschungslabor konzipiert — bewusst offen für das zeitgenössische Schaffen.
Bevor sie sich ganz der Skulptur widmete, erkundete sie Fotografie, Video sowie 2D- und 3D-Computergrafik. 2003 entschied sie sich für das Metall. Ihre Ausbildung vertiefte sie durch Arbeitsaufenthalte in Spanien (Eibar) und Italien (Turin und vor allem Pietrasanta, seit Michelangelo die Welthauptstadt der Skulptur), wo ihre Bronzen heute in der renommierten Gießerei Massimo Del Chiaro gegossen werden — der Gießerei von Botero, Mitoraj und Folon.
Eine Künstlerin, die selbst gießt
Bronze wird nicht einfach geformt: Sie will erobert werden. GEORGE modelliert die Form zunächst in Ton oder Wachs; das Metall wird dann im Wachsausschmelzverfahren gegossen, ziseliert und patiniert. Sie gehört zu einer seltenen Linie von Künstlerinnen, die diesen gesamten Weg selbst gehen — von der ersten Geste bis zum vollendeten Werk. In Metall gegossene Spitze, Rinde, die zu Fleisch wird, eine Patina, die das Licht einfängt: Nichts wird delegiert. Ihre Praxis reicht über die Bronze hinaus: Mischtechniken und alle Materialien (Keramik, Porzellan, Stahl), monumentale Installationen im öffentlichen Raum, kollaborative und partizipative Projekte.
Ein Pionierweg — von der digitalen Kunst zur Skulptur
Ihre erste Ausstellung fand 1991 im Espace Lyonnais d’Art Contemporain (ELAC) statt; bereits 1992 wurde ihre Arbeit auf der documenta IX in Kassel gezeigt — neben der Biennale von Venedig die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Dort nahm sie an der „Piazza Virtuale“ teil, einem virtuellen öffentlichen Platz, wo sie ihre erste Auktion von 3D-Syntheseobjekten präsentierte. 1993–1994 wurden ihre Bildergeschichten aus Composite-Bildern vom Europäischen Infografik-Festival in Montreuil (FEIM) und von Apple Computer, Inc. ausgewählt; der Pilot von „Ravenala“ wurde an den Beaux-Arts de Paris ausgezeichnet. 1996 war sie Artistic Director in Lyon. Aus dieser doppelten Kultur — Computerbild und handwerkliche Geste — entsteht die Einzigartigkeit ihres bildhauerischen Werks.
Ein Universum: die Frau in Metamorphose
Im Zentrum des Werks stehen die Pflanzenfrauen — Baumfrauen, Rindenfrauen, Nymphen, festgehalten im Augenblick ihrer Verwandlung. Die Kunstkritikerin Ileana Cornea schrieb 2008: „Braun patinierte Bronzen, goldene Brandspuren, phantasmatische Erscheinungen, halb Frau, halb Geäst: Georges Skulpturen erscheinen uns wie im Traum. Man denkt an das Werk von Leonor Fini oder Manina.“ Um sie herum gruppieren sich die monumentalen Skulpturen, die Stahl-Schnitte, die Doodles — einzigartige Bronzen, 2013 zum hundertsten Jahrestag von Marcel Duchamps erstem Ready-made unter dem Titel „Ready-Made Myself“ geschaffen — und die Unvollendeten Ausmalbilder.
Werke im französischen Kulturerbe
Habéas (Bronze und Messing, 2,70 m, Ankauf durch den französischen Staat 2013) — Place de la Libération, Tourrettes-sur-Loup; seit 2016 im Spiel Pokémon GO vertreten.
Mon École maternelle (bemaltes Stahlschnitt-Fresko, 11 × 6,5 m, 2017).
École Jean Ordan (drei pulverbeschichtete Stahlschnitte, 2017).
Rêveur (bemalter Stahl, 6,5 m, Ankauf durch den französischen Staat 2019) — La Colle-sur-Loup.
Auszeichnungen
1992 — D.N.S.E.P., Beaux-Arts de Lyon, mit Auszeichnung der Jury
2008 — Skulpturenpreis, Salon d’Hiver, Hivernal de Lyon
2008 — Lions-International-Preis, Distrikt Annecy
2013 — Internationaler Grand Prix der Bildenden Künste, Akashi (Japan)
2013 — Fine Art Prize, Saint-Jean-Cap-Ferrat
2014 — Medaille der Académie des Arts, Sciences et Lettres, „Rayonnements des Arts“, Paris
Bei Artprice und Akoun gelistete Künstlerin, verzeichnet in der Enzyklopädie Wikimonde.
Internationale Ausstellungen, Messen und Biennalen
1992 — documenta IX, Kassel (Deutschland)
China — Galerie Wangraib, Xiamen; Shanghai International
Vereinigte Arabische Emirate — World Art Dubai
Italien — Arte in Piazza, Cuneo
Belgien — Art3F, Brüssel
Monaco — „C’est dans l’air“
Paris — Carrousel du Louvre, Société Nationale des Beaux-Arts
2014 — Biennale von Lyon
Art Up!, Lille (2017 und 2023) · Art Fair Antibes
In ihren Worten
„Bildhauerei übersetzt seltene, flüchtige Momente der Gnade, in denen man auf wundersame Weise mit der Welt im Einklang ist.“
„Im Tau der Welt übe ich mich im Paradies.“